
Stefan Joham / Sozialministerium · Bildnutzung
Hürden beginnen vor dem ersten Arbeitstag
Scheuer beschreibt Benachteiligungen, die Frauen sowohl aufgrund ihrer Behinderung als auch ihres Geschlechts erleben. Schon während der Ausbildung und bei der Stellensuche würden Chancen eingeschränkt. Arbeitgeber müssten besser über die Fähigkeiten von Frauen mit Behinderungen informiert werden. BIZEPS fordert deshalb zugängliche Ausbildungsangebote, Unterstützung bei der Jobsuche, Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz und Bewerbungsverfahren ohne Diskriminierung. [1]
Eine Kampagne mit Beteiligung von Selbstvertretung
Hinter der Kampagne steht das von Korinna Schumann geleitete Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. Sie läuft seit September: Der erste Fernsehspot wurde am 1. September 2026 ausgestrahlt; zugleich ging die Kampagnenseite online. Für Mitte Oktober wurden weitere Kommunikationsmaßnahmen angekündigt. Die aktuelle Stellungnahme von BIZEPS begleitet somit eine bereits laufende Initiative.
An deren Entwicklung war auch der Österreichische Behindertenrat beteiligt. Vizepräsidentin Manuela Lanzinger betonte in dessen Mitteilung vom 12. Oktober, dass barrierefreie Zugänge und auf Frauen abgestimmte Unterstützung bei Ausbildung und Arbeit nötig seien. Ziel sei eine fair bezahlte Beschäftigung, die wirtschaftliche Eigenständigkeit ermöglicht. [3][4][2][5]
Unterstützung für Beschäftigte und Betriebe
Die Kampagnenseite verweist auch auf bestehende Hilfen: Das Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA) unterstützt berufliche Teilhabe; Jobcoaching begleitet Menschen direkt am Arbeitsplatz. Persönliche Assistenz kann behinderungsbedingten Unterstützungsbedarf im Berufsalltag abdecken. Unternehmen finden beim NEBA Betriebsservice Beratung zu Beschäftigung und Fördermöglichkeiten.
Damit verbindet die Initiative öffentliche Aufmerksamkeit mit Anlaufstellen für konkrete Fragen. Welche Unterstützung zu einer Person oder einem Betrieb passt, lässt sich mit den jeweiligen Beratungsstellen klären. Die Stellungnahmen der beiden Behindertenorganisationen benennen zugleich die Veränderungen, die sie von Politik, Bildung und Unternehmen erwarten. [3][1][2]
Quellen
- BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben: BIZEPS begrüßt Kampagne „Behindert mich nicht!“ (2026-10-18)
- Österreichischer Behindertenrat: „Behindert mich nicht!“: Kampagne für mehr berufliche Teilhabe (2026-10-12)
- Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Frauen* mit Behinderungen am Arbeitsmarkt – Behindert mich nicht!
- Sozialministeriumservice: Im Fokus: Frauen* mit Behinderungen am Arbeitsmarkt
- Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz: Bundesministerin Korinna Schumann