
Moahim / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · CC BY-SA 4.0
AUVA bringt Fachwissen zu Gewalt und Belastungen ein
Das veröffentlichte Programm sieht einen Vormittag von 9 bis 13 Uhr vor. Für die Eröffnung ist unter anderem AUVA-Generaldirektor-Stellvertreter Roland Pichler angekündigt. Eine anschließende Keynote von Cornelia Strecker widmet sich der Frage, wie ein wertschätzendes Organisationsklima die psychische Gesundheit bei der Arbeit unterstützen kann.
Zwei Fachbeiträge beziehen die AUVA direkt ein: Thomas Strobach behandelt gemeinsam mit Julia Steurer Belästigung und Gewalt. Isabel Kaufmann spricht mit Veronika Jakl über das Zusammenspiel körperlicher Belastung und psychischer Gesundheit. Weitere Programmpunkte befassen sich mit Belastungen im Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem Arbeiten mit psychischen Problemen. Dazu sind Huberta Haider von FEM Süd und Romina Holzmann-Schöpf von pro mente Austria angekündigt. Ein Gespräch mit den Sozialpartnern bildet den Abschluss. [1]
Europäische Kampagne seit 13. Oktober
Der österreichische Termin folgt auf den europäischen Kampagnenstart am 13. Oktober in Brüssel. Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, EU-OSHA, will Arbeitgeber dabei unterstützen, psychosoziale Risiken zu erkennen, zu beurteilen und ihnen vorzubeugen. In ihrer Mitteilung zum Start nennt sie eine Größenordnung von 45 Prozent der Beschäftigten in der EU, die bei der Arbeit Risiken für ihre psychische Gesundheit ausgesetzt sind.
Diese Angabe beschreibt die Verbreitung von Risiken am Arbeitsplatz. Sie ist keine Zahl über diagnostizierte Erkrankungen. Die Kampagne setzt damit bei den Bedingungen an, unter denen Menschen arbeiten, und richtet sich an die betriebliche Prävention. [2]
Fünf Schwerpunkte bis 2028
EU-OSHA gliedert die Initiative in fünf Themenfelder. Am Anfang stehen Gefährdungsbeurteilung und Risikomanagement: Betriebe sollen psychosoziale Risiken systematisch bearbeiten. Ein zweiter Schwerpunkt betrifft Belästigung und Gewalt sowie klare Maßnahmen gegen übergriffiges Verhalten. Der dritte nimmt körperliche Risiken auf und betont den Zusammenhang zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit.
Ein eigener Bereich gilt dem Gesundheits- und Sozialwesen. Dort nennt die Agentur unter anderem emotional anspruchsvolle Tätigkeiten, hohe Arbeitsbelastung und Personalmangel. Der fünfte Schwerpunkt stellt ein unterstützendes, inklusives Arbeitsumfeld in den Mittelpunkt, in dem psychische Gesundheitsprobleme ohne Stigmatisierung behandelt werden.
Zu den Themen sind nach und nach Berichte, Infoblätter, Fallbeispiele und weitere Materialien vorgesehen. Die vertiefenden Schwerpunkte beginnen laut Kampagnenplan im Februar 2027 und reichen bis Juni 2028. Damit soll die Beschäftigung mit dem Thema über einzelne Veranstaltungstage hinausreichen. [3]
Was Betriebe bereits prüfen können
Die AUVA stellt schon jetzt Informationen zur Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastung bereit. Untersucht werden dabei die Arbeitsbedingungen: etwa Aufgaben mit hoher Verantwortung, Arbeitstempo, Unterbrechungen, Pausen, Lärm, Kommunikation und Führungsverhalten. Der Blick gilt der Gestaltung der Arbeit. Die Evaluierung dient ausdrücklich nicht dazu, einzelne Beschäftigte auf Burn-out oder persönliche Stressreaktionen zu testen.
Zum beschriebenen Ablauf gehören das Erheben und Bewerten der Belastungen, die Umsetzung von Maßnahmen, ihre Dokumentation und die spätere Prüfung der Wirkung. Die AUVA empfiehlt, Beschäftigte und ihre Vertretungen einzubeziehen und Ergebnisse an die Belegschaft zurückzumelden.
Auch für kleine Betriebe gibt es auf der AUVA-Seite kostenlose Verfahren. EVALOG arbeitet mit Gesprächen und eignet sich für Kleinstbetriebe oder kleine Tätigkeitsgruppen. ABS-Gruppe unterstützt eine moderierte gemeinsame Bewertung. Beide Angebote helfen, von der Bestandsaufnahme zu konkreten Verbesserungen zu gelangen. Die Auswahl eines passenden Verfahrens liegt nach Angaben der AUVA bei den Arbeitgebern. Für die Praxis bietet die Seite außerdem ergänzende Checklisten für Homeoffice und digitale Kommunikation. [4]
Quellen
- Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz / AUVA: Programm: Nationale Auftaktveranstaltung „Gemeinsam für psychische Gesundheit bei der Arbeit“, 20. Oktober 2026
- Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA): Healthy Workplaces Campaign launch: improving mental health for workers in the EU starts here (2026-10-13)
- Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA): Schwerpunktbereiche der Kampagne „Gemeinsam für psychische Gesundheit bei der Arbeit“ 2026–2028
- Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA): Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastung