Eine Kampagne führt vor Gericht
Ah Seek reichte die Klage 2019 ein; Collectif Arc-en-Ciel beteiligte sich als interessierte Partei. Die Verhandlung fand im November 2021 statt. Nach dem Urteil beschrieb Ah Seek, damals Präsident der Organisation, seine Erleichterung: „Dieses Urteil zu meinen Gunsten zu erhalten, ist eine enorme Erleichterung.“ Er dankte dem örtlichen Anwaltsteam und den unterstützenden Organisationen. [2][1]
Gleichheitsschutz umfasst die sexuelle Orientierung
Das Gericht legte das verfassungsrechtliche Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts so aus, dass es auch die sexuelle Orientierung umfasst. Paragraf 250 musste demnach so gelesen werden, dass private, einvernehmliche sexuelle Handlungen zwischen erwachsenen Männern ausgenommen sind. Das Urteil betraf die diskriminierende Reichweite dieser Strafbestimmung; es ersetzte nicht das gesamte Sexualstrafrecht von Mauritius. [1]
UN-Organisationen begrüßen die Entscheidung
UN-Koordinatorin Lisa Singh begrüßte das Urteil als Bekräftigung des Diskriminierungsverbots. Anne Githuku-Shongwe, UNAIDS-Regionaldirektorin für Ost- und Südafrika, verband es mit dem Zugang zu Gesundheits- und Sozialleistungen ohne Angst vor Verhaftung. Die gemeinsame UN-Erklärung verlangte weitere Arbeit gegen Stigmatisierung und hob den Beitrag von Organisationen aus den betroffenen Gemeinschaften hervor.