Änderungen im gewöhnlichen Arbeitstag

Das Projektporträt der Lebenshilfe beschreibt Anpassungen, die über den Zugang zum Gebäude hinausgehen. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch betrifft den Arbeitsplatz selbst, eine zugängliche Stempeluhr einen regelmäßig nötigen Arbeitsschritt. Flexible Arbeitszeiten verändern die Organisation der Arbeit. Das Porträt nennt außerdem Inklusionsworkshops, wiederkehrende Treffen und Gespräche. Die Maßnahmen sollen Beschäftigte mit körperlichen, intellektuellen oder Sinnesbehinderungen unterstützen. Beschrieben werden die mit dem Preis gewürdigten Maßnahmen. Eine technische Prüfung jedes Arbeitsplatzes oder jeder Tätigkeit wird damit nicht veröffentlicht. [2]

Eine weitere Auszeichnung nennt Beschäftigung

Auch das Land Oberösterreich führte IKEA Linz Haid unter den Empfängern seines Inklusionspreises 2025 an: Silber in der Kategorie Zusammen arbeiten. Die Beschreibung nennt flexible Arbeitszeiten, barrierefreie Infrastruktur, Schulungen und neun Dienstverhältnisse für Menschen mit Behinderungen. Damit liegt neben den Angaben zu den Arbeitsplatzmaßnahmen eine konkrete gemeldete Beschäftigungszahl vor. Die Landesseite schlüsselt die Verträge, Arbeitsstunden oder ihre Dauer nicht genauer auf. Daraus lässt sich daher keine Aussage über jede Person in sämtlichen Inklusionsaktivitäten von IKEA ableiten. [3]

Unternehmenssicht und Juryentscheidung

Im Projektporträt erklärte Marlene Foller von IKEA Linz Haid, gemeinsames Arbeiten auf Augenhöhe könne soziale und fachliche Fähigkeiten stärken. Das ist die Darstellung des Unternehmens. Laut Veranstaltern entschied eine Fachjury über den nationalen Preis. Die Verleihung fand in der Wiener Aula der Wissenschaften statt. IKEA erhielt einen Kategoriepreis. Der gesonderte Förderpreis von 10.000 Euro ging an den Verein Right Now. Diese beiden Auszeichnungen sind zu unterscheiden. [2][1]

Selbstvertretung formuliert eine breitere Forderung

Bei der Verleihung begrüßte Hanna Kamrat, Selbstvertreterin und Vizepräsidentin der Lebenshilfe, gelungene Beispiele. Zugleich forderte sie politische Rahmenbedingungen, die Teilhabe selbstverständlich machen. Sie wandte sich auch gegen Kürzungen, die Menschen mit Behinderungen ausschließen. Ihre Wortmeldung stellt das Unternehmensbeispiel in einen größeren Zusammenhang: Eine gelungene Anpassung vor Ort lässt sich dokumentieren, während der Zugang zu Unterstützung weiterhin von übergeordneten Strukturen abhängt. Linz Haid bietet Arbeitgebern konkrete Maßnahmen zum Prüfen. Damit ist nicht belegt, dass dieselben beruflichen Möglichkeiten bereits in allen Häusern oder für alle Bewerbenden bestehen. [1]